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Mayen

Rheinland-Pfalz, Kreis Mayen-Koblenz,
189–527 m, 20000 Einwohner

Gastgeber in Mayen


Die Stadt bildet den Mittelpunkt der vulkanischen Osteifel und liegt im geschützten Tal der Nette, über der der Hochsimmer (588 m) emporragt. Zugehörig sind die Stadtteile Alzheim, Hausen, Nitztal und Kürrenberg (letzterer auf einem Hochplateau gelegen mit schöner Aussicht auf die Täler von Nitz und Nette sowie auf die Höhen der Eifelberge).
Mayen ist Hauptort des fruchtbaren Maifeldes und der Pellenz und ein bedeutender und lebendiger Industrie- und Handelsplatz (Stein- und Schieferwerke, Papier, Metall, Hüte, Leder-, Kunststoff-, Textil- und Eisenverarbeitung). Umfassendes Schul- und Ausbildungsangebot (u.a. Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks, Landesanstalt für Bienenzucht, Fachoberschule für öffentliche Verwaltung, zentrale Verwaltungsschule für Rheinland-Pfalz).
Städtische Bücherei, Eifeler Landschaftsmuseum (Eifelvereinsmuseum). Kulturelles Angebot (u.a. Konzerte, Theatervorstellungen, Freilichttheater »Mayener Burgfestspiele«). – Gartenbad mit 140-Meter-Wasserrutsche, Hallenbad, Stadion. Jugendherberge.


Geschichte:
Die Geschichte der Stadt Mayen läßt sich durch reiche Bodenfunde bis in die jüngere Steinzeit zurückverfolgen. Die Siedlung lag aber in den frühesten Zeiten, weil das Tal noch sumpfig war, auf dem höher gelegenen linken Netteufer und zog sich erst allmählich von der Höhe ins Tal hinab. Am Katzenberg befand sich etwa 3400 v. Chr. eine bedeutende Erdfestung von 360 m Länge und 225 m Breite. Die damals beginnende Herstellung von Reib- und Mahlsteinen nahm zwischen 1000 und 500 v. Chr. enorm zu; die Steine wurden weithin gehandelt. – Der Name Mayen, zuerst urkundlich 847 »Megina« genannt, ist abzuleiten vom Keltischen »magos« (Feld, Ebene) und bedeutet den in der Ebene gelegenen Ort. – In römischer Zeit war Mayen schon eine bedeutende Siedlung, die von mehreren Straßenzügen berührt wurde. – Noch in fränkischer Zeit lag der Schwerpunkt des Ortes links der Nette. – Seit etwa 1000 gehört Mayen zum Besitz des Erzbischofs von Trier, wo es bis 1794 verblieb. Um 1280 begann Erzbischof Heinrich V. von Finstingen mit dem Bau der Burg als Grenzsicherung gegen Kölner Gebiet. 1291 verlieh Rudolf von Habsburg die Stadtrechte. Kurfürst Balduin von Luxemburg baute die Stadtbefestigung aus und verlegte 1326 das Augustinerkloster aus Lonnig hierher. Mayen war Sitz eines Überamtes; die Amtsleute wohnten auf der Burg. Die Stadt wurde 1673 von den Franzosen belagert und – der Legende nach – nur dadurch gerettet, dass die städtische Besatzung dem Feind in den Rücken fiel. Daher rührt das Sprichwort: »Hinten herum hat Mayen gewonnen!« 1689 wurde Mayen größtenteils zerstört. – 1944/45 wurde die Innenstadt ein Opfer der Bomben. Heute ist von der Zerstörung nicht mehr viel zu sehen; Mayen ist eine reizvolle Mischung von traditionsreicher Altstadt und geschäftigem Gegenwartsleben.

 

Sehenswürdigkeiten:
Die Genovevaburg zeigt deutlich zwei Bauabschnitte: die um 1280 begonnene Oberburg, ein unregelmäßiges Viereck aus Schieferbruchstein mit turmbewehrten Ecken, und die niedriger gelegenen Barockbauten aus Basaltlava. Diese wurden nach 1700 unter Kurfürst Johann Hugo von Orsbeck, dessen Wappen das schöne Portal schmückt, erbaut. Seit 1803 ist sie Privatbesitz. 1891 und 1902 wurde sie teilweise durch Feuer zerstört, um 1918 nach den Auflagen der Denkmalpflege vollständig umgebaut zu werden, wodurch die Erhaltung dieses historisch wertvollen Bauwerks gesichert wurde. Die Sage verlegt hierhin den Wohnsitz der tugendhaften Genoveva, angeblich die Gattin des Pfalzgrafen Siegfried. Sehenswert ist der gut erhaltene Goloturm (32 m hoch, 3,60 m starke Mauern) mit einem Verlies und Mauergefängnissen. Vom Museum aus zugänglich bietet er einen einzigartigen Rundblick über die Stadt. An die Sage erinnert das Brunnendenkmal von Prof. Burger am Aufgang zur Burg. Den schönsten Blick auf die Burg und die anschließende Stadtmauer hat man vom Boemundring aus. Am Rosengarten der Burg befindet sich der Eingang zum begehbaren Wehrgang auf der Stadtmauer. – Das Eifeler Landschaftsmuseum (Eifelvereinsmuseum) befindet sich in der Genovevaburg. Das um die Jahrhundertwende gegründete Museum wird seit 1967 zu einem Landschaftsmuseum für die gesamte Eifel ausgebaut und bietet einen Einblick in die jahrtausendealte Entwicklung des Raumes, der in manchen Epochen zu den Kernländern Mitteleuropas gehörte. Es gliedert sich in folgende Abteilungen: Erdgeschichte (Gesteinsproben, Zeugnisse des Vulkanismus), Steinindustrie (Geschichte der Nutzung des Gesteins durch den Menschen), Urgeschichte (Zeugnisse des Lebens vor 100000 Jahren, von der Jungsteinzeit bis zur Römerzeit), Kelten und Römer in der Eifel (Funde), Frankenzeit (Funde), Eifelstuben (zehn Bauern- und Handwerksstuben) und Volkskunde (Trachten, religiöses Brauchtum, Werkzeuge u.a.). Zahlreiche Sonderausstellungen und Vorträge ergänzen die Museumspräsentation. (Geöffnet von Mitte Februar bis Mitte November) Seit 1921 trägt das Museum die Bezeichung »Eifelvereinsmuseum«. Gemeinsame Träger sind seit 1938 die Stadt Mayen, der Landkreis Mayen-Koblenz, der Eifelverein und der Geschichts- und Altertumsverein Mayen. 1938 erwarb die Stadt Mayen die Genovevaburg, den Kaufpreis stellte der Eifelverein zur Verfügung. Die im letzten Krieg zerstörten Anbauten wurden mittlerweile wieder errichtet und stehen dem Museum zur Verfügung, das heute zu den großen Museen des Rheinlandes zählt. – In der Genovevaburg befindet sich auch die Bibliothek des Eifelvereins mit über 12000 Bänden aus allen Wissensgebieten der Eifel. – Die Stadtbefestigung wurde zu Beginn des 14. Jh. vollendet. Von der 1600 m langen Stadtmauer sind noch große Teile erhalten mit zwei von ehemals vier Stadttoren (Brückentor und Obertor) und zwei Rundtürmen (Mühlenturm und Vogelturm). – Die kath. Pfarrkirche St. Clemens wurde von den Augustinern im 14. Jh. anstelle einer früheren romanischen Kirche aus dem 12. Jh. als neue gotische Kirche errichtet. Sie ist neben Ahrweiler die älteste linksrheinische Hallenkirche. Der romanische Südturm stammt aus dem 12. Jh., der gotische Nordturm mit der schiefen Schieferturmhaube – ein Wahrzeichen der Stadt – aus dem 14. Jh. 1944 wurde die Kirche bei einem Luftangriff zerstört und 1949 wiederaufgebaut. Auch der schiefe Turm wurde in seiner alten gewundenen Form wiedererrichtet. – Das alte Rathaus von 1717 ist in einfachem, aber edlen Barockstil gehalten. Das Stadtwappen befindet sich am Portal, die Prangerinschrift links am Eingang. – Einen Spaziergang lohnt die Fußgängerzone der historischen Altstadt. – Hinter dem Ostbahnhof über die Straße »Am Layerhof« erreicht man das Steinbildhauer-Symposion-Gelände »Lapidea« mit seinen Exponaten.
Schloß Bürresheim liegt im oberen Nettetal, 4 km von Mayen entfernt. Der erste namentlich bekannte Besitzer von Bürresheim war 1158 Eberhard von Neumagen an der Mosel. Sein Sohn Heinrich verkaufte seinen Burganteil dem Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg, erhielt ihn aber als Lehen zurück. 1281 erwarb auch der Trierer Erzbischof einen Anteil; seither gibt es die sogenannte Kölner und die Trierer Burghälfte. Um 1360 wurden die Herren von Bürresheim das letzte Mal erwähnt. 1473 kaufte Gerlach von Breidbach (Rheinbreitbach), einen Teil der Burg. Bis 1500 entstanden der nördliche Wohnbau im Ostteil der Burg und der mächtige Rundturm. 1659 wurden die von Breidbach Alleinbesitzer von Bürresheim und ließen die barocken Häuser erbauen. Emmerich Joseph von Bürresheim war von 1763–1774 Kurfürst von Mainz. Bürresheim fiel später an einen Enkel der Schwester des letzten Breidbach auf Bürresheim, an den Grafen Klemens Wenzeslaus von Renesse, dessen Nachkommen das Schloß bewohnten und 1938 mit einem großen Teil der Ausstattung an die Rheinprovinz verkauften. Seit 1946 ist Bürresheim Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz (Besichtigung außer im Dezember, Tel. 02651/76440).

 

Rundfahrten:
Stadtführungen.

 

Regelmäßige Feste und Veranstaltungen:
Internationaler Trödelmarkt Anfang Mai;
Mayener Burgfestspiele mit Freilichttheater im Innenhof der Genovevaburg 6 Wochen im Juni/August;
Stein- und Burgfest mit Handwerker- und Bauernmarkt am 2. September-Wochenende;
Lukasmarkt Mitte Oktober.

 

Örtliche Wanderwege:
Es bestehen 14 örtliche Wanderwege mit einer Gesamtlänge von 70 km, markiert durch Zahlen. Mayen ist hauptsächlich in der WK 1:25000 »Osteifel mit Laacher See« (Nr. 32 des Eifelvereins) abgebildet.

 

Verkehrsbüro:

Verkehrsamt Mayen
Altes Rathaus am Markt
56727 Mayen
Tel. (02651) 88-260, Fax (02651) 88-366

Prospektanforderung


Homepage:
www.mayen.de





Hotels, Gaststätten und Pensionen in Mayen

Hotel-Restaurant
Germania
Mitten im Zentrum, Zimmer mit TV, DU, WC
Restaurant: Kroatische Küche u. Argent. Steaks
Inhaber: Ivica Sopta, Stechbach 38, 56727 Mayen
Tel. 02651/491101, Fax 02651/491102

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